Fischen auf Rügen 2010 – Teil 3

Montag. Leider keine Änderung beim Wetter. Im Gegenteil, es windet immer mehr und teilweise wird der Dauerregen von Schütten unterbrochen.

Diese Woche wurde ja nicht als Angelwoche konzipiert denn der eigentliche Grund nach Rügen war ein ganz anderer. So mußten wir die Interessen von drei Leuten unter einen Hut bringen. Deshalb trennten sich am Montag in der Früh unsere Wege, Freundin war mit Tochter unterwegs einige Besorgungen für die nächste Zeit zu machen und ich machte mich auf den Weg eine Angellizenz zu ergattern.

In Rügen braucht man den Fischereischein für Mecklenburg-Vorpommern und die Angelerlaubnis. Den Fischereischein bekommt man am Gemeindeamt und den Angelschein auch in Angelläden und ähnlichem. Also habe ich mal herausgefunden wo die Gemeinde in Binz ist und bin dorthin. Erste große Überraschung: Ein Schild auf der Tür mit den Worten: Parteienverkehr Dienstag und Donnerstag. Ui. Aber ich nicht fad, angeläutet und erklärt ich bräuchte einen Touristenfischereischein. Jaja, kein Problem allerdings komme die Kollegin erst um halb eins.

Na, auch kein Problem, ab nach Sassnitz in den Hafen, dort in den Angelladen mal umsehen und nach der Erlaubnis fragen bzw. wo in Sassnitz denn das Gemeindeamt wäre. Angelschein würde ich im Laden bekommen aber vorher soll ich den Fischereischein im Amt lösen. Nach einer Erklärung wie ich dort hin komme und daß ich deswegen zur Einwohnermeldestelle muß war ich schon im Auto und auf dem Weg dorthin. Liegt nicht weit weg und voll Elan ins Amt hinein. Einwohnermeldestelle gesucht und was steht dort auf der Tür: Einwohnermeldestelle Montag geschlossen, Dienstag ab 15 Uhr wieder. Oida… Die Kolleginn von der Personalverrechnung meinte dann ich solle morgen Nachmittag wieder kommen weil mit dem System kennt sich ja niemand anderer aus und die Kollegen wären in Stralsund. Puh…

Zurück ins Auto, zurück nach Binz und aufs Amt. Kurz nach zwölf war ich dort und hatte Glück, das Fräulein vom Amt war schon im Dienst. Ich also erklärt ich brauche einen Touristenfischereischein. Woher ich käme. Aus Wien, Österreich. Ach, meinte das attraktive Fräulein, die Kollegin meinte, da käme am Nachmittag ein Bayer. Weil die eigentliche Kollegin ist eigentlich krank und sie macht nur Vertretung und kennt sich so genau nicht aus.

Sie war aber sehr, sehr bemüht. Denn in M-V gilt der Fischereischein maximal 28 Tage und kann auch nur einmal im Jahr gelöst werden. Und die 28 Tage müssen an einem Stück verbraucht werden. Und wenn meine österreichische Fischereikarte in M-V anerkannt wird dann würde ich den Fischereischein umsonst bekommen und er würde auch auf Lebenszeit gelten. Denn die niederländischen Fischereischeine werden anerkannt. Also wurde telefoniert. Mit Kollegen, mit der Landeshauptstadt und zu guter letzt mit dem zuständigen Ministerium. Was soll ich sagen: Österreichische Scheine werden nicht anerkannt. 🙁 Und der Fischereischein kostet 20,– Euro. Den Angelschein habe ich auch gleich dort bekommen, kostet für einen Tag 5,– Euro, für eine Woche 10,– Euro und für das ganze Jahr 20,– Euro. Super günstig aber was hilft das wenn man den Touristenschein nur für 28 Tage bekommt? Sie steckte mir dann noch, daß sie läuten hörte, daß es ab September eine Änderung dieser Regelung geben soll.

Endlich war ich ausgestattet mit einer Angelerlaubnis! *hurra* Also nix wie ab ans Wasser. Nur wohin? Schnell wurde der Angelführer befragt und alle besuchten Orte im Geiste nochmal Revue passiert. Die Entscheidung fiel auf Thiessow. Thiessow liegt am südlichen Ende von Rügen und soll eine gute Hornhecht und auch Hechtfischerei ermöglichen. Und ganz in der Nähe auch Meerforelle.

In Thiessow schnappte ich mir die Puravida Fibonacci, ausgestattet mit einer Shimano Exage 2500, bespult mit Power Pro 15lbs samt Fluorcarbon-Schlagschnur, und meinen Köderkoffer ging ich dann zu einer Art „Kante“ wo Ostsee und Bodden zusammen kommen und fischte – es regnete weiterhin – von den extrem rutschigen Steinschüttungen. Blöderweise nicht in meinem Angeloutfit und die Jean hat erheblich darunter gelitten.

Wer das Fischerforum mitverfolgt wird vielleicht gelesen haben, daß ich vor einiger Zeit nach Oberflächenködern gefragt habe. Inzwischen habe ich mir einen YO-ZURI Hydro Tiger 90mm TMBM Blue Mackerel gekauft und nachdem ich noch nie mit so einem Köder gefischt hatte habe ich den mal in den Snap des Stahlvorfaches gehängt. Der Hydro Tiger läßt sich an der Fibonacci perfekt auswerfen und ich probierte einige Varianten ihn zu führen. Es dauerte keine drei Würfe lang und der erste Hornhecht konnte es sich nicht verkneifen diesen eigentlich viel zu großen Köder zu attackieren. Anhieb – hängt! Genial, mein erster Hornhecht.

Nachfolgend habe ich ein paar andere Köder probiert. Verschiedene Spinner und Wobbler. Schnell war klar, daß diese nicht weit genug ausgeworfen werden konnten um hier erfolgreich zu sein. Ich mußte unbedingt in einen Angelladen und mir entsprechende Köder für diese Angelei zu besorgen. Also wieder zurückgewechselt zum Hydro-Tiger und ich konnte schließlich noch einen zweiten Hornhecht landen. Nach ca. zwei Stunden war ich aber durchnäßt und auch Maria wartete schon auf mich. Daher machte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Binz. Da ich alleine unterwegs war gibt es von dieser Angelsession leider keine Fotos.

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