Fischen auf Rügen 2010 – Teil 6

Freitag. Heute war es also soweit, es ging ans Hochseefischen. Schon am Vortag am Abend waren wir noch in Sassnitz um einen Kutter zu finden mit dem wir mitfahren konnten. Eigentlich waren wir viel zu spät dran und es war gar nicht sicher, daß wir überhaupt irgendwo einen Platz bekommen würden.

Auch mußte ich mich mit Vorfächern und Pilkern versorgen wenn dem Dorsch nachgestellt wird.

Die Pilker haben ein Gewicht zwischen 75g und 125g.

An Kuttern gibt es eine ziemliche Auswahl. Es war also nicht leicht sich für einen zu entscheiden. Nachdem es schon später Nachmittag war, waren die Office am Hafen schon nicht mehr besetzt. Wir haben uns dann Kutter vom Angelladen in Sassnitz empfehlen lassen. Wobei empfehlen auch schon übertrieben ist denn es gab nicht so wirklich eine klare Ansage von den Leuten dort nachdem der eigentliche Angelfachmann nicht im Geschäft war. Wir gingen dann mit einigen Foldern in der Hand auf die Mole und schauten uns die Kutter an. Maria hat lange überlegt ob sie überhaupt mitfahren möchte und preferierte eher größere Schiffe.

Wir entschieden uns dann für die „Jan Cux“.

Warum genau die kann ich gar nicht sagen, vielleicht weil eine Privat-Nummer direkt am Kutter angeschrieben war. Also kurzentschlossen diese Nummer gewählt und danach gefragt ob für morgen noch ein Platz frei wäre. Ja, kein Problem.

Die Angelausfahrten kosten zwischen 40,– und 50,– Euro. Die Jan Cux kotstet 50,– Euro, Frühstück und Mittagessen ist im Preis inbegriffen. Abfahrt um sieben in der Früh bis vier am Nachmittag. Wir sollten schon um 6:30 Uhr am Schiff sein sagte uns unser Telefonkontakt. Es gibt auch Schiffe die schon um 6 Uhr auslaufen.

Man liest ja überall, daß man möglichst zeitig beim Schiff sein soll damit man die besten Plätze am Schiff bekommt welche entweder am Heck oder am Bug liegen. Inzwischen kann ich sagen, daß eine halbe Stunde vor Abfahrt dort zu sein nicht zeitig ist. Denn wir waren die allerletzten die angekommen sind.

An Ausrüstung habe ich meine Shimano-Alivio 3lbs mit gehabt ausgestattet mit einer Shimano Baitrunner 6500, bespult mit einer 45kg geflochtenen. Meine Welsrute habe ich ja in Wien vergessen gehabt. Die Rute war alles andere als Ideal wie sich später heraustellen sollte.

Pünktlich um sieben in der Früh war Abfahrt, raus aus dem Hafen von Sassnitz, vorbei am Leuchtturm der am Ende der großen Mole liegt.

 

Meine Sachen habe ich an die Reeling gestellt und als erstes gab es mal Frühstück. Kaffee und halbe Semmeln belegt mit Wurst, Käse, Lachs oder Wurstaufstrich. Mehr als einen Kaffee konnte ich nicht trinken, bin ich schon so kein Frühstücker aber schon gar nicht wenn ich so zeitig aufstehen muß. Und immerhin mußten wir schon um 5:30 Uhr aufstehen.

Man fährt mal so eine bis eineinhalb Stunden in die Fischgründe. Obwohl das Wetter zauberhaft war, war die See ziemlich aufgewühlt und wir hatten eigentlich starken Seegang. Wir erfuhren, daß wir so ca. 20 bis 25m tief fischen würden. Nach dem Frühstück machten wir es uns „gemütlich“ am Oberdeck. Es war ziemlich frisch und windig.

 

Ich war schon ziemlich aufgeregt. Es war ja mein erstes mal auf hoher See. Noch nie hatte ich mit Pilkern gefischt und alles was ich darüber wußte war nur angelesen. Nachdem wir bald die Fischgründe erreichen würden machte ich mich daran meine Rute vorzubereiten. Zuerst wollte ich meine Vorfächer mit den Beifängern montieren aber ich hatte das Glück neben einem sehr erfahrenen Fischer an der Reeling zu stehen. Peter. Und Peter gab mir einige sehr wertvolle Tipps. Zum Beispiel, daß jener den Fisch fängt der zuerst am Grund ist. Und alles was den Pilker abbremst am Anfang zu vermeiden ist. Als erster am Grund zu sein schien wirklich ein wichtiger Punkt. Immerhin waren 27 Angler auf diesem Schiff.

   

Also montierte ich nur den Pilker an meine Hauptschnur. Und zwar den roten.

Beifänger kommen dann zum Einsatz wenn man einerseits schon mal ein wenig gefangen hat und der Fangerfolg sich schon eingestellt hat. Oder wenn man bei den anderen sieht, daß die Dorsche auch die Beifänger attackieren. An guten Tagen sind drei Dorsche auf einmal an der Angel keine Seltenheit.

Auch erklärte er mir wie das ablaufen würde. Der Kapitän sucht mittels seines Echolots die Dorsche. Hat er sie gefunden und das Schiff positioniert wird einmal gehupt. Das ist das Startzeichen zum Fischen. Sobald er zwei mal hupt sind die Angeln wieder einzuholen und es wird der nächste Platz angefahren.

Ich war gespannt wie eine Feder. Würde ich meinen ersten Dorsch fangen oder schneider bleiben?

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