King of Filet

Es wurde wieder mal Zeit mit WurliWurm den Fischen nachzustellen. Schon letzte Woche vereinbarten wir: Am Montag soll es soweit sein. Zuerst statteten wir mal einem Tackle-Dealer einen Besuch ab um uns mit Fox-Rage Gummis einzudecken. Aber falsch gedacht. Hat zwar eine riesen Fox Wand aber gar nix von Fox-Rage. Naja, ich kann den Laden sowieso ned leiden. Unfreundliche Bedienung, Chaos, es ist das meiste Ausverkauft, etc. Also nur eine handvoll Gummis gekauft und wieder raus aus dem  Laden.

Nachdem ich eine Rute für Wurliwurm reparieren werde sind wir noch kurz zu mir um zu schauen welcher Ring das genau ist. So, jetzt aber nix wie ab an den Donaukanal. Ich spürte es schon bei der hinfahrt: „Heute fangen wir einen Zander“. Naja, der Optimismus war wenigstens da.

Am Kanal angelangt hing ich schnell eine Drop-Shot-Montage an die Spinaci.

Ich wollte schauen ob die Barsche noch da stehen und zumindest für eine schnelle Grundel zum entschneidern ist diese Montage perfekt.

Dr. Dipl. Ing. Wurli „The Method Man“ Wurm bereitete gewissenhaft seine erste Montage vor. Ich badete schon meinen ersten halben Tauwurm an der Drop-Shot-Montage im Wasser und zack, der erste Fisch: Hurra, entschneidert mit einer Grundel.

Die Grundel schnell entnommen und weiter gehts. Wurliwurm bindet noch immer an seiner Montage. Also den nächsten halben Tauwurm auf den Haken und ab damit ins Wasser. Plötzlich wieder ein Biß. Jo bist du g’scheit, was hängt denn da jetzt dran, ich spüre sofort: „Das ist KEINE Grundel“. Wow, das muß mal ein richtig, richtig guter Barsch sein. Naja, denkste. Ein richtig guter Hecht hat sich den halben Tauwurm einverleibt. Schüttelt sich einmal an der Wasseroberfläche und verschwindet mit meiner Montage noch bevor ich den Kescher ins Wasser halten kann. Mah, scheiße. Der wäre richtig gut gewesen.

Wurli sattelt um auf Wobbler und Softjerk um vielleicht den Hecht an den Haken zu bekommen. Aber der hatte natürlich die Schnauze voll und biß nicht mehr. Bin gespannt, Wurli kündigte an den innerhalb der nächsten beiden Tage raus zu holen.

Das feine am Drop-Shot ist ja, daß man nebenher angenehme Dinge machen kann wie Essen oder rauchen.

Nachdem an der Stelle nix mehr ging (außer ein paar Grundeln) schlug ich vor es doch weiter vorne an der Spundmauer zu versuchen. Wurliwurm, schon ein wenig desperat ob meiner Grundelerfolge ätzte: „Hast dort überhaupt schon mal einen Barsch gefangen?“ – „Kloar“ log ich ungeniert und vor Selbstvertrauen ob meiner Grundeln strotzend. Also gingen wir nach vor und versuchten unser Glück. Wurliwurm glaube mir nicht so ganz ob meines Grinsers und fischte eher im ruhigeren Bereich. Ich ging um die Kurve in die Sonne

 und strahlte nach kurzer Zeit mit ihr um die Wette. Ist doch schön wenn man mit den Worten: „Was habe ich gesagt?“ zurück um die Kurve biegt.

Wurliwurm hing dann seinen „Freak“ an die Angel. Muß schon sagen, ein wirklich schöner „walk the dog“ Lauf. Aber leider erbarmte sich kein Fisch diesen Oberflächenköder zu nehmen. Auch auf Softjerk ging bei Wurli nix. Er wollte schon zu einem Auslauf an eine andere Stelle wechseln. Ich aber noch immer motiviert einen pfannentauglichen Barsch zu fangen. „Geh, bitte, da geht nix mehr, gemma.“ hört ich ihn. „Sicher geht da noch was.“ entgegnete ich und kurz darauf zappelte ein Barsch an der Angel. Leider schüttelte sich der auch los aber der reichte auch um Wurli zu der Aussage: „Du bist der King of Kanal“ hinzureißen. Mit freude rekapitulierte ich: „5 Grundeln, 1 Barsch und ein fast Barsch, 1 fast Hecht, … äh, wieviel hast Du schon? …  *grins*“ Ach, ich mag diese freundschaftliche Neckerei…

Wir fuhren dann zu diesem Auslaß der aber aus der Ferne vielversprechender aussah als er dann tatsächlich war. Blöderweise versenkte Wurli dann auch noch einen Wobbler dort unrettbar. Sowas ist immer voll scheiße. Aber auch ich verlor an dem Tag zwei Titan-Vorfächer samt daran befindlichen Ködern. Das zipft mich auch immer an.

Nachdem dort sehr schwierig zu fischen war sind wir noch weiter gezogen in mein Köderfischrevier. Wurliwurm wollte es sowieso mal sehen und irgendwie ist das spinnfischtechnisch vielversprechender als der Kanal. Eigentlich wollte ich einen Hecht erwischen und montierte mal den Spinnerbait an der Fibonacci. Aber leider nix. Wurli schlug dann vor doch einen Wobbler zu versuchen und ich bat ihn einen auszuwählen. Er entschied sich für einen Ito Vision in Schwarz-Weiß-Orange. Aber auch der brachte nix und wir wechselten die Stelle. Die Dämmerung brach schon herein und ich war aus. Und prompt brachte der erste Wurf einen Fisch an der anderen Stelle. Aber keinen Hecht sondern einen schönen Zander mit 57cm.

Den Fisch schnell eingetragen und nachdem wir schon hungrig waren sind wir aufgebrochen. Aber nicht um nochmal zu rekapitulieren: „Also ich habe 5 Grundeln, 1 Barsch gelandet, 1 Barsch verloren, den verlorenen Hecht und einen Zander… was hast Du Wurli?“ Hach, das war der running Gag an dem Tag. Werde ja oft genug von Wurli an die Wand gefischt.

Nachdem wir jetzt frischen Fisch hatten änderten sich die Pläne und wir fuhren nicht in ein Lokal sondern direkt zu mir um den Fisch gebührend zu würdigen.

Wurliwurm, der King of Filet, übernahm das vorbereiten des Fisches.

 Während ich niedere Küchendienste leistete und mich um die Kartoffeln kümmerte. Rösterdäpfel waren uns gerade recht. (Und nachdem ich das Foto gesehen habe beschloß ich sowieso nur noch Fisch zu essen. Und wenn ich nur noch selbst gefangenen esse, dann geht das auch sehr schnell mit dem Gewicht… )

Ich hatte noch ein wenig Mayonaise die ich am Vortag selbst gemacht habe und daraus zauberte ich noch eine Senf-Sauce. Wurli hat inzwischen das würzen des bereits gesäuerten Fisches übernommen.

Die Filets wurden dann von mir auf der Hautseite – und zwar ausschließlich auf der Hautseite – herausgebraten und dazu gab es noch Coleslaw-Salad.

Was soll man sagen, ein wahres Festessen!

Und mit diesem Festessen ging ein wundervoller Angeltag zu Ende. Ein Tag wie er kaum besser sein kann!

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