7. März 2014

How to: Wicklungen lackieren

(Bilder folgen noch)

Sind alle Wicklungen fertig und die Rute beschriftet geht es daran die Rute zu lackieren. Der letzte Schritt bevor unsere Rute fertig ist.

Bevor der erste Schritt getan wird kann man die Wicklungen mit Isopropanol reinigen. Das ist auch zu empfehlen da sich auf dem Garn ölige Rückstände der Hände befinden können und damit keine saubere Lackierung möglich ist.

Bevor man die Wicklungen lackiert muß entschieden werden ob die Wicklungen mit Farbfixativ behandelt werden oder nicht. Werden unfixierte Bindungen lackiert dann dunkelt das Garn stark nach. Helles Garn wird teiltransparent. Enschließt man sich das Garn zu fixieren muß das vor der ersten Lackierung passieren. Dabei geht man nach der Anleitung des Herstellers vor. Typischerweise wird unbehandeltes Garn (kein NCP) drei mal fixiert. Bei NCP-Garn reicht eine einmalige Fixierung. Der Farbfixierer wird mit dem Pinsel aufgetragen. Natürlich nicht der gleiche Pinsel wie der mit dem anschließend lackiert wird. Zwischen den Fixierungen sollten 10-12 Stunden liegen. Das fixierte Garn behält dann seine Farbe bei. Aber kein Vorteil ohne Nachteil: Unfixiertes Garn saugt sich besser mit Lack voll was für eine bessere Verbindung mit dem Lack sorgt.

Bevor mit dem lackieren begonnen wird sollte man sich alle benötigten Dinge wie Spritzen, Mixbecher, Rührstab, Alufolie udn Küchentücher herrichten. Auch auf eine Uhr nicht vergessen. Lackiert wird bei normaler Zimmertemperatur und nicht zu hoher Luftfeuchte.

Der Lack muß exakt im Verhältnis 1:1 angerührt werden. Passiert das nicht, härtet der Lack nicht komplett aus. Dazu wird zuerst ein Teil Härter mit einer Spritze aufgezogen und in den Mischbecher gegeben. Die Spritzen können wiederverwendet werden dürfen aber nicht vertauscht werden. Dazu die Spritzen beschriften! Dann die gleiche Menge der anderen Komponente. Es sollten nicht weniger als 4ccm Lack angerührt werden da sonst ungleiche Mengen schwerer ins Gewicht fallen. Dann wird ca. 3-4 min. gerührt bis der Lack klar ist. Dabei sollten möglichst wenig Luftbläschen in den Lack hineingerührt werden.

Der erste Lackdurchgang kann mit bis zu 15% Aceton verdünnt werden. Um so kleine Mengen abzumessen eignen sich Diabetikerspritzen mit einer 1/100 ml Einteilung. Dadurch wird der Lack dünnflüssiger und läßt sich einfacher verarbeiten und dringt besser in die kleinen Hohlräume ein. Wird das gemacht wird zuerst 1-2 Minuten gerührt und dann das Aceton hinzugegeben.

Ist der Lack fertig vermischt wird er auf eine Alufolie gegossen. Dadurch können Luftblasen leichter entweichen.

Man hat jetzt ca. 15-20 Minuten Zeit den Lack zu verarbeiten.

Die Wicklungen werden in Quer- und Längsrichtung DÜNN lackiert. Dann läßt man dem Lack ca. 20 Minuten Zeit sich zu verteilen. Dabei sollte schon der Blank laufend gedreht werden.

Es wird noch einmal Lack angerührt und diesmal nicht mit Aceton verdünnt. Der Lack wird naß in naß aufgetragen, diesmal aber nur in Wicklungsrichtung.

Sollten sich noch Luftblasen im Lack befinden können die mit einem Feuerzeug entfernt werden. Dabei wird die Flamme rasch seitlich vorbei geführt. Durch die Erwärmung wird der Lack dünnflüssiger und die Luftblasen können entweichen.

Dann muß der Lack unter drehen getrocknet werden. Idealerweise an einem Lackiermotor. Steht der nicht zur Verfügung muß der Blank die ersten 30 Minuten alle 15 Sekunden um 180° gedreht werden. Dann die nächste Stunde jede Minute. Dann eine weitere Stunde alle 5 Minuten. Den Lack mindestens 12 Stunden und maximal 48 Stunden aushärten lassen. Eventuelle Einschlüsse können mit einem Skalpell oder einer Rasierklinge rausgeschnitten werden. Dann wird ein drittes mal lackiert. Klarerweise muß der Blank zum trocknen wieder gedreht werden.

Es reicht aber auch wenn der Blank nur zweimal (naß in naß) lackiert wird wenn man nach dem ersten Lackierdurchgang mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Es ist auch möglich nicht naß in naß zu lackieren sondern zwischen den einzelnen Durchgängen 12-48 Stunden Zeit zu lassen. Der Lack darf zwischen den Durchgängen nicht komplett ausgehärtet sein da sich sonst die nächste Schicht nicht mit der vorhergehenden verbinden kann.

Vor dem ersten Einsatz sollte dem Lack ca. eine Woche Zeit gegeben werden auszuhärten.

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