22. Mai 2010

Was braucht man – Werkzeuge und Hilfsmittel

Was braucht man um eine Rute zu bauen? Diese Frage läßt sich in zwei Bereiche unterteilen: Einerseits die Dinge die auf der Rute selbst verbaut werden wie Blank, Ringe, etc. und andererseits die Werkzeuge und Hilfsmittel um die Rute zu bauen. Beginnen wir mit einer Übersicht der

Werkzeuge und Hilfsmittel.

Wenn man einen Bausatz kauft dann ist der Griff schon mit dem richtigen Durchmesser gebohrt. Stellt man sich die Komponenten der Rute selbst zusammen dann wird die Bohrung wahrscheinlich nicht genau passen und um die zu erweitern braucht man  eine Rundraspel und/oder Ahlen um die Bohrung zu erweitern. Es gibt aber auch Schmirgelpapierstreifen die man auf einen Blankrest oder Rundstab kleben kann um sowas selbst zu basteln.

Im umgekehrten Fall, also wenn die Bohrung größer als der Blankdurchmesser ist braucht man Tape um Griffe oder auch Rollenhalter unterwickeln zu  können. Aber auch um mal was abzudecken und so. Das ist normales Malerkrepp, nicht dehnbar.

Manchmal möchte man am Blank etwas anzeichnen wie Ringpositionen oder ähnliches. Dazu eignet sich ein China-Marker.

Die Ringfüße der Rutenringe müssen angeschliffen werden. Manchmal mehr, manchmal weniger, je nachdem wie der Hersteller hier schon vorgearbeitet hat. Dazu nimmt man eine Metallfeile.  Das kann zum Beispiel eine Schlüsselfeile sein.

Als Reiniger und um zu entfetten eignet sich Isopropanol sehr gut. (Aceton geht auch ist aber gesundheitsschädlicher)

Kleber:

Der Griff und der Rollenhalter und auch die Winding-Checks werden verklebt. Am verbreitetsten ist da UHU 300 Endfest, ein zwei Komponenten Kleber. Für Korkgriffe wird auch aufschäumender Kleber verwendet. Muß aber nicht sein.

Ebenfalls verklebt wird der Spitzenring. Dazu wird häufig  Heißkleber verwendet. Das hat den Vorteil den Ring relativ leicht wieder lösen zu können. Natürlich kann der Spitzenring auch mit einem zwei Komponenten Kleber verklebt werden, dann läßt sich allerdings der Spitzenring nur noch schwer lösen.

Ein wichtiges Hilfsmittel beim Binden der Rutenringe ist eine Rasierklinge. Entweder die eine Klingenseite mit Tape mehrfach abkleben oder auch bereits fertige kaufen.

Die verwendeten Lacke sind meistens 2K Lacke deren Bestandteile 1:1 vermischt werden. Entweder wird der Lack schon in Spritzen geliefert oder aber man verwendet zum Abmessen der beiden bestandteile Spritzen die man immer wieder verwenden kann.

Sehr praktisch ist dann ein Mischbecher. Oder man hat einen alten Eierbecher oder so. Bei Kunststoffen ist scheinbar nicht jeder geeignet weil manche Kunststoffe irgendwas an den Lack abgeben. Oder man kann den Lack auch auf einer Alufolie vermischen. (Aber aufpassen, der Lack muß sehr gut verrührt sein! Er härtet sonst nicht aus.)  Zum verrühren eignen sich Holzstaberl oder ähnliches. Am Bild eines aus Kunststoff.

Für die Lackierung braucht man einen Pinsel, möglichst ein Flachpinsel nicht zu hart. Ein Borstenpinsel ist zu hart.

Bewährte Lacke sind der Flexcoat und der Threadmaster. Gibt es in verschiedenen Ausführungen die „Light Build“ und „High Build“ heißen. Die ersteren sind dünnflüssiger und die anderen dickflüssiger. Oder auch gar kein „Build“. Ich selbst verwende den Lack von CMW. Warum man welchen Lack verwendet wird beim lackieren besprochen.

Das Garn dunkelt beim lackieren sehr stark nach bzw. werden helle Farben durch den Lack durchsichtig. Wenn man das verhindern möchte dann muß man die fertige Bindung mit einem Farbfixativ behandeln. Gibt es von verschiedenen Herstellern.  Ich habe das von CMW verwendet.

Jetzt ein interessantes Teil. Die Rutenbindeauflage. Das kann von gar nix kosten bis hin zu sehr teuer sein. Manche wickeln auf ihren Oberschenkeln, andere schneiden zwei Kerben in einen Schuhkarton und wieder andere haben eine eigene Wickelmaschine mit Motor und allem drum und dran. Ich habe eine günstige Variante für mich gewählt mit einer Wickelauflage aus Holz. Das war eine Investition die sich sehr bezahlt gemacht hat. Insbesondere auch die Variante mit der extra Auflage zu wählen. In die Wickelauflage integriert sind Fadenspanner damit der Faden beim Wickeln unter Spannung steht. Das ist ein wichtiger Punkt! Wickelt man mit einer Schuhschachtel dann kann man das Garn in ein Glas legen damit es nicht davon rollt und die Spannung herstellen indem man den Faden durch ein dickes Buch führt. Eventuell beschwert durch weitere Bücher. Irgendeine Auflage braucht man auch wenn dann die Lackierung trocknet. Dazu eignet sich natürlich auch die Wickelbank.

Nach dem lackieren muß der Blank gedreht werden damit der Lack nicht auf einer Seite zusammenrinnt. Das kann man mit der Hand machen (genug Zeit dafür einplanen!) oder aber mittels langsam drehenden Motor „automatisieren“. Motore gibt es fertig zu kaufen oder man bastelt sich selbst was mit einem Grillhendelmotor oder auch einem Diskokugelmotor.

So wie es Rutenbausets gibt gibt es auch Sets mit den benötigten Materialien wie Uhu, Mischbecher, Spritzen, Lack und so weiter. Man kann es sich also selbst zusammenstellen oder auch auf so ein Set zurückgreifen. Wie man sieht gibt es viele Sachen auch im Baumarkt. Es schadet nicht ein bisl Schmirgelpapier untersch. Körnung zu haben um Grate zu brechen (beim Ringfußfeilen), etwas Küchenrollenpapier und auch Zahnstocher leisten gute Dienste. Will man den Griff oder Blank kürzen braucht man noch eine Säge mit feinen Zähnen. Ein Metermaß um die Ringabstände zu messen.  Ich habe diese Dinge hier zusammengefaßt weil sie typischerweise schon im Haushalt vorhanden sind.

Zur Beschriftung der Rute kann man verschiedene Dinge nehmen. Entweder man beschriftet die Rute per Hand und nimmt dazu weiße oder schwarze Tusche. Man kann Anreibebuchstaben verwenden oder auch Decals die man entweder drucken läßt oder selbst mit dem Laserdrucker herstellt. Decals sind Wasserschiebebilder. Modellbauer werden das schon kennen. Man legt das Decal kurz ins Wasser und es löst sich vom Trägerpapier. Dann wird dieses hauchdünne Ding auf den Blank geschoben, ausgerichtet und gewartet bis es trocken ist. Decals bekommt man bei Ebay oder auch beim Druckeronkel.

Wie man sieht, kommt man mit ganz wenigen Dingen aus um in den Rutenbau einzusteigen. Wenn man so eine Wickelauflage selbst bastelt kommt man mit ziemlich wenig Geld aus (Fadenspanner gibt es extra zu kaufen übrigens). Wenn man ein bisl die Shops durchstöbert dann sieht man eh was es so alles gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.